
Anti-Rassistisches Theater-Solo
"Deine Helden,Meine Träume"

Klassenzimmerstück mit didaktischem Potential
Mein Weg mit der Rolle "Jonas Brandt"
Im Herbst 2019 feierte ich Premiere mit dem Stück "Deine Helden,Meine Träume" am Hessische Landestheater in Marburg. Es fand in einem Klassenzimmer der Richtsberg Gesamtschule Marburg statt (...und sollte mich danach noch jahrelang begleiten).
Dann kam Corona. Leerlauf. Zeit nachzudenken. Ich hatte mich vor der Pandemie bereits entschieden das Theater zu verlassen und freischaffend neue Wege zu gehen.
Nur wohin sollten diese Wege gehen?
Über Simona Lison und Meike Foegen, beide tätig für den BSJ Marburg, sollte ich dann ab Herbst 2020 zusammenarbeiten. Durch ihre Vernetzung im Landkreis Marburg-Biedenkopf wurde eine Arbeitsgruppe zur Aufbereitung an Schulen gegründet: nach der Sichtung des Stücks nahmen rund 30 Workshop-Teilnehmer:innen in Denkräumen teil, um sich mit dem didaktischen Potential des Stücks auseinanderzusetzen.
Unter den Teilnehmenden waren nicht nur Pädagog:innen und Schulsozialarbeiter:innen des Landkreises, sowie Interessierte aus dem Schulamt, der Fachstelle für Demokratieförderung und phänomenübergreifender Extremismusprävention (DEXT) und der Roten Linie, sondern auch einige wenige Jugendliche.
„Dabei wurde uns von den jungen Menschen rückgemeldet, dass wirklich ein großer Bedarf an der Auseinandersetzung zu den Themen besteht“, sagte Meike Foegen.
Es kam aber auch zur Sprache, dass die Schule mit ihrem eng getakteten Zeitrahmen zu wenig Raum für Diskussion lässt. Also dem ganzen über ein Theaterprojekt begegnen? JA!
Hier setzt das Projekt auch an und entwickelte aus dem Stück heraus einen Methodenkoffer zur schulischen Auseinandersetzung mit Rechtsradikalisierung im Jugendalter, den Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter:innen in ihrer pädagogischen Arbeit mit den Schüler:innen nutzen können.
Das Stück bietet sehr viel Potenzial, um mit Schüler:innen ab der siebten Klasse über Radikalisierungswege, Mitläuferschaften und Rechtsextremismus ins Gespräch zu kommen. Es erzählt aus der Tätersicht, bietet aber viele Leerstellen, an denen die Opfersicht oder die Sicht Außenstehender ergänzend thematisiert werden kann.
An dieser Stelle setze ich in meinem Reflexionsworkshop an und stelle in einem spielerischen Kontext Fragen nach aktiven Handlungsstrategien:
Was kann ich tun, wenn ich merke, dass jemand in meinem Umfeld in die rechte Szene abrutscht? Soll ich das gegenüber der Person ansprechen oder mit den Eltern oder Lehrer:innen darüber sprechen?
Nun sind weitere Jahre seitdem vergangen...
Wir sind nun im jahre 2026 und ich bin durch die politische Lage und Stimmung in Deutschland (leider) nach wie vor viel gebucht deutschlandweit an Schulen unterwegs, spiele das Stück und arbeite danach mit den Zuschauenden theaterpädagogisch auf, wie man dem Rechtsruck begegenen kann und was jede:r einzelne von uns tun kann, um sich aktiv dagegen einzubringen.
Denn nur wenn wir gemeinsam gegen Diskriminierung vorgehen, können wir etwas bewegen und verändern.
Lassen sie uns das auch weiterhin tun und nicht aufhören gegen die Ausgrenzung von Menschen vorzugehen!
Haben Sie Interesse an dem Projekt?